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Ein Moment der Zweisamkeit

Ein besonderer Augenblick zu zweit, festgehalten für die Ewigkeit: Ein Jahr nach ihrer Hochzeit wanderten Béa und Arnaud gemeinsam mit ihrer Fotografin Tonya hoch zum Oeschinensee bei Kandersteg. Vor der traumhaften Bergkulisse stiegen die beiden in ein kleines Ruderboot, um sich nur zu zweit ungestört inmitten der Ruhe des Sees noch einmal ihr Ehegelübde zu versprechen.

Angefangen hat die Geschichte von Béa und Arnaud am Paléo-Musikfestival in Nyon im Jahr 2016. Schon nach dem ersten gemeinsamen Konzertbesuch suchten sie die Nähe des anderen, und so verbrachten sie auch den Rest des Festivals miteinander. In den darauffolgenden Sommerwochen war jedoch zunächst Distanz angesagt: Béa ging in die Ferien. Kaum war sie zurück, ging Arnaud weg, und als dieser wieder da war, leitete Béa erstmal noch ein Pfadilager. Doch auch wenn sie sich nicht sehen konnten, blieben die beiden in Kontakt. «Wir verliebten uns sehr schnell», sagt Arnaud mit einem Lächeln. «Es war sehr schnell, und intensiv», stimmt Béa zu. «Vor allem unser Umfeld sagte uns, wir seien intensiv», fügt sie lachend hinzu. Alles fühlte sich einfach und natürlich an. Die beiden dachten gar nicht viel darüber nach, sie wollten einfach Zeit miteinander verbringen.

Eine Disco-Hochzeit
Die Verbindung hielt an: Nach acht Jahren Beziehung gaben sich die beiden im Juni 2024 das Jawort. Die Hochzeit fand auf einem Weinberg in der Nähe ihres Wohnorts im Kanton Waadt statt. «Es war wunderschön und sehr romantisch », schwärmt Béa. Unter dem Motto «Disco» wurde bis frühmorgens gefeiert, umgeben von Discokugeln und vielen bunten Blumen. «Eine richtig gute Party», erinnert sich Arnaud.

Im Gegensatz dazu stand die Erneuerung des Eheversprechens im Sommer 2025. «Wir hatten die Idee dazu bereits in den Flitterwochen», sagt Arnaud. Sie waren aber nicht unzufrieden mit der Hochzeit, ganz im Gegenteil. «Die Hochzeit war genau so, wie wir es wollten. Aber wir wollten auch noch das ruhigere, intimere Setting», erklärt Béa. Das grosse Fest verlangte viel Planung, deshalb sollte die zweite Zeremonie so einfach wie möglich sein.

Elegant am Berg 
Der Oeschinensee war der Vorschlag von Tonya, der Fotografin. Béa und Arnaud waren sofort überzeugt, auch wenn sie den Ort vorher noch nicht gekannt hatten. Das Hochzeitskleid und den Anzug im Gepäck ging es an einem heissen Tag im Juni hoch in die Berge. «Am Anfang fühlte es sich schon komisch an. Es hatte viele Wanderer, und alle schauten zu», erzählt Arnaud. «Aber dann dachten wir, wir sehen diese Leute nie mehr, und eigentlich freuen sich auch alle für dich», lacht Béa. Oben angekommen, ging es auch direkt los. Ohne Styling, dafür mit Hündin Cléo, die ebenfalls mit auf die Fotos durfte. «Wir fühlten uns sehr elegant in unserer Kleidung», erzählen die beiden.

Béas Kleid zeichnet sich speziell durch das massangefertigte Satin-Cape aus. Dieses ist nicht Teil des Kleids, kann jedoch angeknöpft werden. «Es hat den ganzen Look ausgemacht», betont Béa. Das Kleid ohne Ärmel und mit leicht durchscheinendem Oberteil wurde dadurch weniger sexy, dafür eleganter und dramatischer. «Die Schneiderin hat wirklich grossartige Arbeit geleistet», sagt Béa. 

Ein intimes Eheversprechen
Nach den Fotos am Ufer des Oeschinensees stiegen die beiden in ein Ruderboot. «Das hat uns an unsere ersten gemeinsamen Ferien erinnert », lacht Béa. Mit errötenden Wangen erzählt Arnaud, wie er vor neun Jahren in Schweden aus seinem Kajak in einen eiskalten See fiel, sehr zum Spass der in ihrem eigenen Kajak sitzenden Béa. «Er fand es gar nicht lustig, aber je mehr er fluchte, desto mehr musste ich lachen!», fügt sie hinzu. Arnaud zum Glück trocken.

Das Eheversprechen, das sich die beiden ein Jahr zuvor gegeben hatten, war zwar dasselbe, doch die Wirkung war eine ganz andere. Der Fokus lag ganz auf ihnen als Paar, darauf, warum sie einander geheiratet hatten. «Es war auch ein lustiger Moment. Und es war schön, die Chance zu haben, das Eheversprechen nochmals zu sagen, ohne Stress und ohne, dass uns alle Gäste zuhören und anschauen», sagt Béa. «Es war viel intimer. » Der symbolische Wert dieses Moments bedeutet den beiden viel. «Für mich war es viel intensiver, es fühlte sich kraftvoll an», erzählt Arnaud. Beide spürten die emotionale Verbindung, die sie teilen, umso mehr.

Die Kraft der Liebe
Diese Verbindung ist auch das, was die beiden stärkt. Die vergangenen Jahre waren nämlich nicht nur einfach. Arnauds Familie hatte plötzlich Mühe, zu akzeptieren, dass ihr Sohn sich ein unabhängigeres Leben in seinem neuen Zuhause aufbaute. Ausserdem hatten sie zunehmend Probleme, Béa selbst zu akzeptieren, dass jemand von ausserhalb der Familie Dinge anders machen, anders denken und andere Werte haben konnte. Dies hing zumindest teilweise auch mit Béas kulturellem Hintergrund und den damit verbundenen Vorurteilen zusammen. Heute haben die beiden keinen Kontakt mehr zu seiner Familie. «Es ist sehr schade», finden beide, «aber irgendwann ging es nicht mehr anders.» Durch diese Schwierigkeit wurden die beiden jedoch immer enger zusammengeschweisst. Sie können über alles sprechen und geben sich gegenseitig Halt. «Das ist etwas vom Besten an unserer Beziehung», sagt Arnaud. «Wir versuchen, jeden Tag die besten Partner:innen füreinander zu sein.» Die beiden betonen, dass sie auch eine starke Freundschaft zueinander pflegen. «Er bringt das Beste in mir zum Vorschein, und ich auch das Beste in ihm», lächelt Béa.

Gemeinsam in die Zukunft
Mittlerweile mieten die beiden ein kleines Haus mit Garten, das sie mit ihrer Hündin Cléo und ihrer Katze Poppy teilen. «Wir müssen nicht mehr in die Ferien, wir haben es hier so schön!», schwärmt das Paar. Wenn alles nach Plan geht, kommt im nächsten Jahr noch jemand dazu. «Wir würden gerne Kinder haben. Aber wir sind auch jetzt schon eine kleine Familie», sagt Arnaud.

Die beiden freuen sich auf die Zukunft, wie auch immer sie aussehen wird. Sie ziehen Kraft aus ihrer Zweisamkeit, weshalb die intime, fast schon private Erneuerung ihres Eheversprechens für Béa und Arnaud so bedeutend war.

Arnaud und Béas Tipps
«You can have it all!» Wenn ihr eine grosse Party wollt, macht eine. Für uns war die Erneuerung des Eheversprechens die perfekte Ergänzung, es macht die Hochzeit nicht weniger besonders, im Gegenteil. Bleibt euch selbst treu. Ihr werdet viele Tipps und Meinungen hören, aber schlussendlich ist es euer Tag, und was ihr wollt, ist das Wichtigste.

Fotografie: Tonya Miriam Photography, @tonyamiriam.photo
Trauringe: La Goutte d’Or (selbst entworfen), @lagoutte_dor
Brautkleid: The F Dress, @thefdressgeneva
Brautcape: Fashion Designer Silvia Macedo, Calla Lilies (Lausanne), @callalilies.studio Anzug: Strellson, @strellson
Uhr: Tissot, @tissot_official
Hochzeitstorte: Flavours, @flavours_lausanne
Location: Oeschinensee, @oeschinensee
Gäste: Cléo

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