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Winterüberraschung

Wirbelnde Schneeflocken am Standesamt, Mut zur Lücke und eine gute Prise Spontanität – doch von Anfang an. Eigentlich wollten Dania und David nämlich nicht heiraten. Auch von einer Verlobung war nie die Rede. Doch plötzlich gibt es einen Grund, «Ja» zu sagen.

 

«Für David war klar, dass er nicht heiraten möchte. Daher habe ich mich auch nie mit dem Thema Verlobung und Co. auseinandergesetzt, es war nicht nötig.» Jedenfalls dachte Dania das. Doch plötzlich stehen die beiden vor dem Standesamt. Dazwischen ist einiges passiert. Angefangen hat es 2022, als sie ihr achtjähriges Jubiläum feiern wollen. David organisiert dafür gemeinsame Ferien in Belgrad – dem Ort, wo er Dania zum ersten Mal seine Liebe gestand. Für beide eine spezielle Stadt und erneut wird diese Zeugin, wie die beiden den nächsten Schritt ihrer Beziehung angehen. Denn hier möchte David ihr den Antrag machen. Obschon eine Heirat für ihn nicht in Frage kam, gefiel ihm mit der Zeit die Idee eines gemeinsamen Liebeszeichens. Währenddessen ahnt Dania nichts von seinem Sinneswandel – zumindest bis zu einem gemeinsamen Spaziergang. Gerade möchte sie auf einer Sitzbank Platz nehmen, als David sie überzeugt, doch noch weiterzugehen. Denn ihm wird bewusst: Hier werden Erinnerungen für die Ewigkeit geschaffen – die Szenerie inklusive Sitzbank muss passen und idyllisch sein. Kopfschüttelnd läuft Dania mit ihm von Bank zu Bank, wobei in ihren Augen jede «idyllisch genug» zum Sitzen wäre. Und dann war endlich die richtige gefunden. Noch bevor sich Dania setzen kann, geht David vor ihr auf die Knie – nicht um seine Schuhe zu binden, sondern um die grosse Frage zu stellen. Verwirrt und überfordert weiss Dania zuerst gar nicht, wie sie reagieren soll, sucht seinen Blick, greift nach seiner Hand. Eine unerträgliche Stille breitet sich aus, die, wenn sie auch nur für wenige Sekunden andauerte, sich wie eine Ewigkeit anfühlt. Schliesslich hört der inzwischen etwas nervös gewordene David doch ein «Ja» auf seine Frage. Erleichterung macht sich breit, die Realisation, was sich auf diesem Spaziergang ereignet hat, folgt erst viel später. «Es muss definitiv die richtige Bank gewesen sein», meinen die beiden noch heute schmunzelnd.

 


Doch noch Hochzeit

Mit dem Ring an Danias Finger folgt die nächste Entscheidung, die zuvor klar beantwortet schien: Möchten wir heiraten? Denn eine Eheschliessung bringt auch viele rechtliche Veränderungen mit sich. «Lange wägten wir unsere Situation ab, insbesondere wegen der Heiratsstrafe», erzählt David. Das Schlusswort hat aber ihre noch ungeborene Tochter. «Für uns ist es keine Option, die Vaterschaft nachträglich anerkennen zu lassen – also entschieden wir uns fürs Heiraten.» Doch wer möchte diese Entscheidung nicht auch mit Freunden und Familie feiern? Und so machen sich die beiden daran, ihren grossen Tag auf dem Zivilstandesamt zu planen.


Startschuss

Mit der endgültigen Entscheidung beginnt für die beiden im März die Organisation. Als Ort für die Trauung wünschen sich Dania und David das Standesamt in Zürich: den Ort ihres Kennenlernens. Es folgt die Suche nach einem Restaurant und einem Ort zum Feiern: der «Charlatan» in Zürich kombiniert beides. Bis 22 Uhr herrscht hier Restaurationsbetrieb und danach verwandelt sich das Lokal in eine Disco. Eine Adresse, die sie bereits kennen und schätzen. Genauso unkompliziert klärt sich für David die Garderobenfrage mit einem Blick in seinen Kleiderschrank. Für Dania hingegen stellen sich in dieser Hinsicht immer mehr Fragen: Wie gross wird mein Bauch sein? Welche Grösse wird mir überhaupt passen? Werde ich genügend Ausdauer für die Feier haben? «Zudem arbeitete [ich] zu dieser Zeit noch hundert Prozent, war hochschwanger und hatte die Hochzeitsplanung gar nicht im Fokus.» Und so bestellt sie sich ein Kleid online. Aber kaum hat sie es ausgepackt, ist klar, das ist nicht DAS Kleid. Doch in Anbetracht der Umstände eine gute und vor allem bequeme Lösung. «Ich freue mich bereits darauf, wenn wir nach der Geburt ein grosses Fest organisieren werden und ich mein Traumkleid tragen kann.» Wie es der Zufall will, passt ihr unperfektes Kleid dann doch perfekt in die Feier. Der Brautstrauss sowie die Einsteckblume erhalten durch eine glückliche Fügung wenige Tage vor der Feier ihren Platz. Während der Ablaufbesprechung mit den Fotograf:innen stellten sie plötzlich fest: die Blumen gingen vergessen! Kurzerhand wurden diese organisiert.

 


Geplante Freiräume

Im Anschluss an das Zivilstandesamt entsteht eine Feier im Kreis der Familie. Die Trauzeug:innen überraschen mit Herzkonfetti und einem grossen Ballon, der die Namen der Frischverheirateten trägt. Am Morgen vor der Trauung fährt David noch mit dem Auto – er holt eine Trauzeugin ab – was, wie er im Nachhinein herausgefunden hat, Unglück bringen soll. Davon hat er zum Glück bisher nichts verspürt. Denn selbst als alle, von Trauzeug:innen über Blumenstrauss bis hin zum Bräutigam, versammelt sind und auffällt, dass das Ringkissen fehlt, fand sich in letzter Sekunde eines, und alles fügte sich, als wäre es von langer Hand geplant.

Doch das grösste Geschenk kommt unerwartet von Mutter Natur: Als sie am 22. November 2024 nach ihrer Trauung als Mann und Frau aus dem Stadthaus treten, fallen dicke Bilderbuch-Schneeflocken vom Himmel. «Es war ein wahrlich magisches Erlebnis», nun für immer festgehalten in Bildern. Und fast als hätte sie es geahnt, passt Danias Kleid mit seinem kleinen Kragen perfekt in die winterliche Kulisse, die sich mit jedem hauchfeinen Wirbeln der Flocken weiter aufbaut. Der Winter liefert noch einen weiteren, positiv überraschenden Pluspunkt: Durch die Kälte ist es ihr möglich, den Ehering an den Finger zu stecken – jedenfalls für zwei Stunden, bevor diese durch die Schwangerschaft wieder anschwellen.

Kälte macht hungrig, und so freuen sich die Frischverheirateten und ihre Familie auf den anschliessenden Apéro in der behaglichen Atmosphäre des «Charlatan». Gegen Abend verabschieden sich die ersten Gäste und ihre Freunde treffen ein. Zum zweiten Mal am Tag startet eine Runde des Gratulierens, Umarmens und Küssens. Dann, Punkt zehn Uhr, verwandelt sich das Lokal in eine Disco und alle schwingen mit dem Brautpaar das Tanzbein bis spät in die Nacht.

 

 

David & Danias Tipp

Plant nicht jedes Detail. Lasst Mut zur Lücke. Denn sonst enttäuscht ihr euch selbst durch eure genauen Vorstellungen. Diese müssen nicht falsch sein, aber vielleicht vernebeln sie euch den Blick auf eine wunderschöne Überraschung wie Schnee am Hochzeitstag oder lassen euch vergessen, dass es einzig darum geht, sich und die Liebe zu feiern – als Paar und als Familie.



 

Standesamt: Stadthaus Zürich, @zivilstandsamtzuerich
Restaurant: Charlatan RestoDisco, @charlatan.restodisco
Blumen: Blumenplanet, @blumenplanet.ch
Fotografie: Rose-Photography, @rosephotos.photography, rose-photos.com

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