Maria und Michael verbringen gerne so viel Zeit wie möglich gemeinsam, am liebsten in der Natur. Dass diese ihnen an ihrem grossen Tag beinahe einen Strich durch die Rechnung macht, hätten die beiden nicht erwartet. Doch mithilfe eines Kapitäns und tatkräftiger Gäste kamen sie am Ende doch noch zu ihrer Traumhochzeit.
Nach vielen langen Textnachrichten trafen Maria und Michael im 2019 in Zürich das erste Mal aufeinander. Beide waren etwas nervös, doch das legte sich schnell. Zwischen ihnen harmonierte es sofort. «Es war Liebe auf den ersten Blick», ergänzt Maria.
Noch am selben Abend fällt der erste Kuss und bereits nach wenigen Dates ist klar, dass sie im Anderen ihren Herzensmenschen gefunden haben. So ging es schon wenige Wochen nach ihrem Kennenlernen zum Treffen mit Michaels Eltern. Weil Maria aus den Niederlanden kommt, dauerte es umgekehrt etwas länger, bis Michael ihre Eltern kennenlernte. Trotz der etwas anderen Sprache und Kultur verliefen beide Treffen problemlos.

Liebesbotschaften in Krisenzeiten
Zeit zu zweit ist für das Paar sehr wichtig und war aufgrund des Lockdowns , der kurz nach ihrem ersten Date einberufen wurde, sehr prägend. So hatten die zwei viel Zeit füreinander, Michael arbeitete im Homeoffice und Maria war oft zu Besuch. Eine Herausforderung, die die beiden mühelos meisterten. «Es schweisste uns zusammen und wir merkten, dass wir am liebsten rund um die Uhr beieinander sind», meint Maria dazu. Sie erzählt, dass Michael ihr sogar jeden Tag eine kleine Liebesbotschaft – per Hand auf Papier – geschrieben hatte, als sie an Covid erkrankte und ein paar Tage zu Hause bleiben musste.
Gemeinsam in den Sonnenuntergang
Das unternehmungslustige Paar teilt die Leidenschaft für Sport und Reisen, was es immer wieder gerne kombiniert. Für Michael war deshalb klar, dass er den Antrag bei einem Sonnenuntergang am Meer machen möchte, einem Setting, das für sie seit ihrem ersten grösseren gemeinsamen Urlaub in Portugal für ihre innige Verbindung steht. Maria erzählt liebevoll, sie habe Michael noch nie so nervös erlebt wie am Tag des Antrags. Michael lacht und fügt hinzu, dass er sich lange überlegt habe, wo er den Ring verstecken soll, denn am Strand trage man ja nicht viel. Schlussendlich habe er den Ring im Picknickkorb versteckt und musste immer aufmerksam sein, damit Maria nichts selbst aus dem Korb holt. «Am Ende war ich so nervös, dass ich meine vorbereitete Rede komplett vergass.»

Zwischen Planungsstress und Anzugpanne
Auf den Antrag folgte dann viel Planung. Wie die Hochzeit aussehen sollte, waren sich beide einig: Klassisch, mit weissem Brautkleid, einer freien Trauung in einer schönen Location in der Natur und im Sommer. Doch weil der Antrag im Oktober kam und sie nicht eineinhalb Jahre warten wollten, musste es schnell gehen. Mit ihren genauen Vorstellungen, Michael als Meister der Planung und Maria als kreativem Kopf ergänzten sich die beiden perfekt und schafften es, innert Kürze ihre Traumhochzeit auf die Beine zu stellen, wenn auch nicht ohne kleinere Herausforderungen.
So musste beispielsweise ein Trauredner gefunden werden, der sowohl Deutsch als Niederländisch spricht. Gar nicht so einfach, doch mit Gerard Baron von Sachsen haben sie nicht nur ihren Trauredner, sondern auch gleich Musikant und DJ gefunden, der zu einem Highlight der Hochzeit wurde. Viele Locations waren zudem im Oktober bereits ausgebucht, doch sie hatten Glück und konnten noch einen Slot im wunderschönen Campus Hotel Hertenstein in Weggis ergattern.
Während Maria ihr Brautkleid in ihrer Heimat besorgte, entschied sich Michael, seinen Anzug in der Schweiz zu kaufen. Lange suchte er nach einem Anzug, der seinen Vorstellungen entsprach und entschied sich für einen Massanzug in Hellblau. Trotz vieler Anproben kam fünf Tage vor der Hochzeit der Schock: Die Anzughose reichte ihm nur bis zu den Knien! Zum Glück konnte dies noch behoben werden, und Michael, einigermassen zufrieden, seinen Anzug tragen.

«Een beetje Nederland»
Marias Wurzeln liegen in den Niederlanden, weshalb dieses Thema unbedingt auch einen Platz bei der Hochzeit bekommen sollte. Mit dem zweisprachigen Trauredner, sowie mit Dekoration und Essen wollten Maria und Michael ein wenig «oranje» mit dabei haben. So sind sowohl Maria und Michael als auch ein paar tatkräftige Freunde bereits einen Tag vorher angereist, um die vom Hotel gestellten Räume ganz nach ihren Wünschen in schweizerisch-niederländischer Manier zu dekorieren. Der kulinarische Höhepunkt folgte um Mitternacht, als die berühmten niederländischen Bitterballen als Mitternachtssnack aufgetischt wurden.
Ein Kapitän rettet die Hochzeit
Der Tagesablauf war klar: Frühstück auf der Hotelterrasse, First Look auf der Hotelwiese, dann die Trauung im Schatten der Bäume mit Sicht auf die Rigi und den Vierwaldstättersee. Bis zum Frühstück lief noch alles glatt. Das Hotelpersonal hatte bereits auf der Wiese alles vorbereitet und die Wetter-Apps sagten einen sonnigen Tag voraus. Doch während Maria im Make-up sass, begann es in Strömen zu regnen und Michael wurde die schwierige Aufgabe übertragen, Maria zu berichten, dass das Hotel entschieden hatte, die Zeremonie nach innen zu verlegen. Das Hotel organisierte zwar noch Champagner, um die Stimmung zu heben, doch für Maria brach eine Welt zusammen, denn es war ihr unglaublich wichtig, im Freien zu heiraten. Retter in der Not wurde ganz unerwartet der Kapitän eines Kursschiffs, der zufällig dort unterwegs war. Er versicherte dem Brautpaar, die Sonne würde sich bald zeigen, sie sollen, sobald es trocken wird, die Stühle wieder heraustragen. Der Regen setzte kurz darauf aus und alle Gäste packten kräftig mit an, um alles wieder nach draussen zu tragen. So ging die Zeremonie bei wunderschönem Wetter reibungslos über die Bühne. «Rückblickend hat der Regen bewirkt, dass wir die Sonne und Zeremonie noch viel mehr genossen haben», sagt Maria lächelnd.

Tanz ins Glück
Weil das Hotel ein Komplettpaket anbietet, war es möglich, sowohl Trauung, Apéro, Abendessen als auch die Afterparty am selben Ort zu feiern. Nicht nur für das Brautpaar ein Vorteil, sondern auch für die Unterbringung der Hochzeitsgäste. «Die Tanzfläche blieb voll bis in die Morgenstunden und wir hatten einen riesen Spass», schwärmt Michael. Er erzählt auch von ihrem Hochzeitstanz, in den sie unglaublich viele Stunden investiert haben. Maria lacht und meint, sie sei erstaunt, wie gut Michael mitgemacht habe. Es war eins der Highlights ihrer Hochzeit, an das sich beide noch lange erinnern werden. Sie hatten den Abschlusstanz aus dem Film Dirty Dancing einstudiert, der in einer Hebefigur endet. Beide waren nervös, ob sie ihnen gelingen würde, doch die Sorgen waren unbegründet und die Gäste schwer beeindruckt. Ein filmreifer Abschluss für den Anfang eines neuen Lebensabschnitts.

Maria und Michaels Tipps:
Ich rate allen Bräuten, alle möglichen Kleider anzuprobieren, denn plötzlich passt eines, dass ihr euch gar nicht vorstellen konntet. Bei der Hochzeit ist weniger mehr, denn der Tag geht schnell vorbei, nutzt die Zeit, um es zu eurem persönlichen Moment zu machen und nehmt euch genug Zeit, alles aufzusaugen und zu geniessen. Macht es so, wie ihr es selbst als richtig empfindet, passt euch nicht ans Umfeld an, denn es gibt nicht DIE richtige Hochzeit. Es ist der Tag des Brautpaars, ihr steht im Mittelpunkt.Bitterballen als Mitternachtssnack!
Dienstleister:innen:
Fotograf ie: Yvo Greutert, yvogreutert.com
Trauringe: Juwelier Grundmann Konstanz, @juwelier.grundmann
Brautkleid: brides by fem, Niederlande, @bridesbyfem
Haare & Make-up: Dana Jokic, @livingbeautybydana
Floraldesign: Blumen Gössi Küssnacht am Rigi, @blumengossi_
Rede und Musik: Gerard Baron von Sachsen, weddingman.ch
Location und Verpflegung: Campus Hotel Hertenstein Weggis, @campushotelhertenstein
Mitternachtssnack: Das Holländische Lädeli, @hollaendische_laedeli